Richtungswechsel


Wir fahren weiter Richtung Süden und durchqueren Volterra, eine grosse, schöne Festungsstadt. Doch den Besuch der Stadt verschieben wir auf den nächsten Tag und beziehen stattdessen unser Übernachtungsplätzchen auf dem Agricampeccio Il Colona in der Nähe von Pomarance. Viele Bauern bieten auf ihrem Land als Zusatzverdienst zu ihrem Wein- und Olivenanbau Übernachtungsmöglichkeiten für Camper an. 



Das Tagesprogramm für den nächsten Tag sieht also vor, dass wir mit den Bikes nach Volterra fahren.


Allerdings natürlich nicht der Strasse nach. Das ist für einen waschechten „Dieselpowerbiker“ (so der Name unserer Bikegruppe im Seeland) ein „No-go“. 


So gehts über Stock und Stein, Hügel rauf und runter, nach Volterra. 



Während des verdienten Mittagessens belebt sich die vorher fast menschenleere Strasse plötzlich und Trommel- und Paukenschlag ertönt. Wir sind anscheinend gerade rechtzeitig zur Einsetzung eines neuen Bischofs gekommen (so haben wir es jedenfalls verstanden…;-))



Nach ausgiebigem Herumschlendern in den oft menschenleeren schönen Gässchen treten wir wieder die Rückfahrt an. 



Da wir ja unter uns sind finde ich, wir könnten nun doch die breite Strasse, die einer Passstrasse gleicht, runter brettern. Das „fägt“ halt zwischendurch doch auch! 


Also Schuhe einklicken und Windschattenposition dicht hinter Peter einnehmen. 


Nach einigen Kurven fällt mir auf, dass dies nicht dieselbe Strasse ist, die wir Tags zuvor mit dem Auto fuhren. Stoooppp! rufe ich also nach vorne. Kontrollblick aufs Handy, tatsächlich, wir sind falsch! 


MEIN Plan wäre, wieder hoch und zurück zur Stadt zu fahren, um dann die richtige Strasse zu nehmen. Ich habe mich nämlich auf die Abfahrt gefreut! 


Peter hingegen findet es doof, wieder zurück zu fahren und sucht im Google Maps lieber nach einer Alternativroute. Ich ahne bereits, wie das herauskommt… die rasante Abfahrt auf dem Asphalt kann ich mir ans Bein streichen! 


Stattdessen geht es wieder von der geteerten Strasse weg, über holprige Naturpfade rauf und runter. Unterwegs werden wir von drei pflichtbewussten Hirtenhunden als Bedrohung eingestuft und bellend davongejagt. 



Einen sehr steilen, unwegsamen Wanderweg gehts runter, ca fünf  Bachüberquerungen folgen und immer wieder die Zusicherung von Peter nach erneutem Kontrollblick auf Google Maps: „Du wirsch gseh, das chunt guet! Isch doch eh viel schöner da!“



Ja, es kam denn auch wirklich gut! 😉 Und interessanter war die Strecke ja zugegebernermassen tatsächlich. Ich konnte mich auch sehr bald mit der Planänderung zufrieden geben. Aber nur, weil ich Peter nach 26 Ehejahren mittlerweile kenne und ihm ganz vertraue, da er mich noch jedes mal ans Ziel brachte.



Das war mir wie ein Gleichnis.

Ist es im Leben nicht oft auch so? Man wünscht sich am liebsten, dass der (Lebens)Weg immer schön breit und ohne Hindernisse ist. Wenn möglich leicht abfallend, damit man gut und ohne Anstrengung voran kommt. 

Doch plötzlich steht ein Ereignis an, das einen aus dem Rhythmus bringt oder gar dazu zwingt, eine Pause einzulegen. Oder man erkennt, dass man bisher in die falsche Richtung „gerannt“ ist und auf das falsche Pferd gesetzt hat. 

Dann tut man gut daran, sich Zeit zu nehmen, um sich zu fragen, was eigentlich der Sinn seines Lebens ist. Allenfalls kann es sogar notwendig sein, das Ziel zu überdenken und neu zu definieren.


Ich bin froh und dankbar, dass ich weiss, was das Ziel meines Lebens ist. Ich habe mich entschieden, wo ich am Ende hin will und darf schon zu Lebzeiten wissen, was mich nach dem Tod erwartet. 

Das mag jetzt vielleicht für die einen oder andern rechthaberisch und besserwisserisch klingen… Doch Tatsache ist, das dieses Wissen jedem offen steht, der sich damit ernsthaft auseinandersetzt. Die Bibel gibt uns die Antworten. 

Jesus hat uns Menschen durch das Geschehen an Weihnachten und Ostern diesen Weg zu Gott frei gemacht und bietet uns seine Vergebung und seine Freundschaft, sowie ewiges Leben an. 


Als Teenager habe ich zu diesem Angebot ja gesagt und seither nie bereut! 

Im Gegenteil. Mein Vertrauen in Gott ist seither gewachsen. Ich weiss tief in mir drin, dass ER es immer gut mit mir meint, auch wenn der Weg mal nicht die Richtung nimmt, die ich gewünscht hätte. Auch wenn ich mal „aus dem Sattel geworfen werde“, weiss ich, dass ER mir wieder aufhilft. Wenn ich die Orientierung verliere, darf ich sicher sein, dass ER den Überblick hat und mich sicher führen will. Ich habe doch oft nur eine „Froschperspektive“. Aber ER sieht über den nächsten Hügel oder Berg und weiss den besten Weg für mich. Wenn ich mich allein und verlassen fühle, darf ich wissen - ob ich es spüre oder nicht - dass ER bei mir ist und mich nicht im Stich lässt. 


Diese feste Gewissheit und diesen Glauben wünsche ich auch Dir! 😊


Ein tolles Video vom Schweizer Alain Auderset fasst das Thema gut zusammen und finde ich einfach herrlich! 


https://m.youtube.com/watch?v=kMHZaZap0pA


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